UpperTrails

Das hinterfragenswerte Spendenmodell von Outdoorplattformbetreibern

Info: Dieser Beitrag wurde anonymisiert bearbeitet, nachdem der CEO des betreffenden Unternehmens den ehrenamtlichen Wegerhaltern mit rechtlichen Schritten gedroht hat, wenn die Seite nicht von der Website offline genommen wird (als Frist bzw. Vorlaufzeit wurden dazu nicht einmal 17 Stunden gewährt…), was ein Ende sämtlicher legalen Mountainbike-Trails in unserer Region bedeutet hätte.

🤔 Spendengelder fehlgeleitet? Wir leiten euch eine Information der Österreichischen MTB-Vertretung in Bezug auf ein hinterfragenswertes Spendenmodell einer Outdoorplattform weiter, auf der Privatpersonen ihre Aktivitäten hochladen können bzw. die Routingfunktion nutzen können (auch für illegale Mountainbike-Befahrungen). Weiters bietet die Plattform eine Spendenfunktion an.

Aufgrund unserer Organisations- und Betreiberstruktur sind wir mit den UpperTrails besonders betroffen, weswegen in der nächsten Zeit weitere Informationen folgen. Nachweislich wurden erstmals 2025 gespendete Beträge auf Wege in unserer Betreiberschaft nicht an uns weitergeleitet bzw. an einen dem Unternehmen nahestehenden Verein mit identer Postanschrift weitergeleitet, der auf der Plattform als verantwortliche Organisation benannt wird 💁 Auch an den Grundeigentümer erfolgte bis dato keine Information, dass Spendenbeträge auf seinem Grund eingehoben wurden, bzw. an einen anderen Verein, der gar nicht für Betrieb oder Wegerhaltung zuständig ist, weitergeleitet wurden.

Eine konkrete Auskunft über die Spendengelder und deren Anzahl wurde uns bis dato nicht gegeben, stattdessen beinhalten Antwortmails beispielsweise Phrasen wie, dass die Plattform mit den „besten Tools der Welt“ unterstützen könnte 🤨

Als in der Aussendung vermitteltes Beispiel:
Möchte ein Wegerhalter (oder Grundeigentümer) auf der Plattform seine korrekte Wegbetreiberschaft eintragen lassen oder fordert der eigentliche Wegerhalter die für die Betreiberschaft gespendeten Gelder ein, so wird der Abschluss eines Abo-Modells fällig (laut Aussendungsinfo á 59,99€ jährlich), ist also mit laufenden Kosten verbunden.

Ansonsten werden die Spenden von Privatpersonen an den der Plattform nahestehenden Verein weitergeleitet – ein Verein mit Stand 07/2025 lediglich 11 Mitgliedern (davon 0 aus Österreich) und einem durchaus hochmütigen Namen, um sich international zu positionieren. Bei einer Anfragestellung an die genannte Vereinsmail (info@….), wurde lediglich eine automatische Fehlermeldung des Systems rückversendet, dass die Mailadresse nicht existiert 🤑

Rechtlich hinterfragenswert, moralisch durchaus schwierig – weil salopp gesagt macht hier ein Unternehmen aus dem Ausland Geld mit der Ehrenamtlichkeit und dem Eigentum anderer ohne irgendeine Art der Legitimation vor Ort zu haben. Ahja, die „besten Tools der Welt“ war der Wortlaut … 🫠

Es wird ein nahestehender Verein als verantwortliche Organisation ausgegeben, der bis dato noch nie einen direkten Beitrag für Wege in unserer Region geleistet hat und jedem Grundeigentümer unbekannt ist, bzw. keinerlei Gestattungsvertrag zur Mountainbike-Nutzung und Wegerhaltung besitzt 🫡

Viel eher haben in der vergangenen Monaten sogar Tourismusverbände (laut Mitarbeiteraussage) ihre Verträge mit der betreffenden Plattform gekündigt oder befinden sich gerade in diesem Prozess.

Wer im Sinne der Community und legaler Mountainbike-Infrastruktur fahren will, sollte Tourenplanungen auf derartigen Plattformen vermeiden, um keine ungewollten Ärgernisse mit der Spendenfunktion oder illegalen Befahrungen zu kommen 🫰💸

Das gesamte Statement der österreichischen Mountainbike-Vertretung, das interessierte Infrastruktur-Vereine in Österreich bekommen haben, haben wir wegen der umgehend harschen Rückmeldung und aus Schutz, damit nicht fast sämtliche Trails in unserem Bundesland wegen rechtlicher Probleme geschlossen werden müssen, wieder von der Seite genommen.
Danke für die wertvolle Arbeit 🙏 🙌

Allgemein:

Wer in Österreich sicher und legal Mountainbiken will, ohne in die Gefahr zu kommen eine illegale Mountainbike-Befahrung auf nicht freigegebenen Wegen zu absolvieren, sollte sich vor allem auf den Websites der offiziellen Beteiber umsehen. Auch die jeweiligen touristischen Landesverbände bzw. Tourismusregionen haben manchmal eine digitale Übersicht und Kartenmaterial. Radrouting.tirol wird derzeit österreichweit ausgebaut. Plattformen wie Trailforks sind community-gestützt und haben eine sinnvolle Spendenfunktion, wo Gelder auch tatsächlich dort ankommen, wo sie hingehören. Österreichische Magazine sind sich in der Regel der Rechtslage bewusst, daher kann man sich hier ebenfalls auf Trail- und Tourenvorschläge verlassen.

Wer keine Lust auf Stress hat bzw. nicht auf illegale Forststraßen- oder Wanderwegnutzung steht, sollte unabhängig von oben genannter Spendenthematik Portale wie beispielsweise Outdooractive oder Portale mit reinem OSM-Routing meiden.