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Update Mountainbike-Koordination Österreich | MTB-Strategie Länderkonferenz OÖ

🤝 Gestern hat die Länderkonferenz der Österreichischen MTB-Koordination in Oberösterreich stattgefunden. Vor ein paar Wochen haben wir euch um eure Meinungen und Nachrichten zu den von der MTB-Koordination gestellten Fragen gebeten, um diese einbringen zu können 💡 Neben 2-3 Mountainbikevertretern waren vor allem Stakeholder und Beauftragte aus unterschiedlichsten Bereichen anwesend und haben in kleineren Arbeitsgruppen ihre Inputs gegeben, die aus der jeweiligen Sichtweise für ein langfristig funktionierendes Mountainbike-System notwendig sind ✅

🤔 Es wurde weniger auf das Offensichtliche eingegangen („Radlfahren boomt“), sondern versucht die Sichtweisen aller Stakeholder darzustellen und Wertigkeiten zu definieren. Bei den Schwerpunktsetzungen wurden auch aus unserer Trailbetreibersicht bekannte Themen selbst von „mountainbikefernen“ Stakeholdern mit Punkten als wichtigste Handlungsfelder definiert:

  • Kaum legale Trails, mitunter Kompetenzmängel bei vorhandenem Mountainbike-Angebot
  • Fehlende Aufklärung bei Haftungen (Wegerhalter/Betreiber vs. Grundeigentümer)
  • Kommunikationsdefizite obwohl Vieles bereits geklärt wäre (ggf. Dialogforen)
  • Betreiber- oder Kümmererstruktur, langfristige Finanzierung
  • Zuständigkeiten klären (Land/Tourismus/Gemeinde/Bund/Förderungen)
  • Bewusstseinsbildung und Aufklärung zur Natur- und Lebensraumnutzung (bereits ab der Schule)
  • Wenn Radangebote im ersten Schritt nur nach Wertschöpfung, Nächtigungen und touristischen Vorstellungen entwickelt und gefördert werden, funktionieren sie in einem Bundesland mit weniger Tourismusstärke (wie Oberösterreich) nicht. Potenzielle Umsetzungsmöglichkeiten sind schwieriger, Authentizität fehlt.

Hervorgehoben wurde ebenfalls die in Oberösterreich stark verbesserungswürdige Datenlage zum legal nutzbaren Wegenetz: Obwohl manche Regionen ihre Angebote mit Superlativen bewerben, oder gar aus „Nachhaltigkeitsgründen“ nicht einmal eine Beschilderung aufstellen, gibt es gleichzeitig keine öffentliche oder landesweite Übersicht der legalen Möglichkeiten – noch weniger ein funktionierendes Kontroll- oder Sperrmanagement ⚠️ Das Thema wird vorerst auch nicht so schnell lösbar sein, da wir in Oberösterreich leider ein österreichweit gesehen erhebliches Defizit haben, wobei hier auch das „normale“ Alltagsradwegenetz bzw. öffentliche Wegenetz betroffen ist. Einzelne Tourismusverbände arbeiten in ihrer Region aber an der Darstellung und Bündelung ihres Wegnetzes.

🚌 Auch die Erreichbarkeit von Bikeparks, Dirtparks, Trails und Pumptracks mit öffentlichen Verkehrsmittel, bzw. warum die Bike-Mitnahme in Postbussen nicht funktioniert wurde angesprochen (zu kurze Postbusbuchten, Lenkerhaftung, Fahrplantaktung).

🧞 Als Wünsche wurden u.A. die Kennzeichenpflicht genannt. Diese ist aktuell rechtlich genau so wenig umsetzbar wie eine generelle Forststraßenöffnung fürs Mountainbiken, da hier umfassende gesetzliche (und obendrein gesellschaftliche) Nebeneffekte mitwirken. Von den Bundesforsten wurde auch die Problematik von Gravel-Rennen hervorgebracht, die sich oft zwar „unsupported“ nennen, aber offensichtlich gewerbliche oder touristische Interessen verfolgen. Gravel wurde generell mehrfach erwähnt, da diese Angebote mitunter 1:1 die bestehenden Mountainbike-Wege nutzen, aber teilweise keinerlei Fairplay-Regeln ausweisen, oder von Tourismusregionen gar mit „hier bremst du für niemanden […] hier bist du ganz bei dir“ beworben werden 🤷

Spezifische Themen aus unserer MTB-Trailbetreiber-Sicht und was für mehr/schneller/besser umsetzbare Mountainbike-Routen und Trails notwendig wäre, wurden bereits vor einigen Wochen über die Österreichische Vertretung für Trails und Mountainbiker (IMBA Austria) an die Koordination übermittelt.

Ende 2026 soll es ein fertiges „Strategiepapier“ geben, das bestenfalls auch irgendeinen Effekt und langfristigen Mehrwert bietet.